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Invasion in K*** (14.03.2009) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Martin Tripke   
Samstag, den 14. März 2009 um 12:46 Uhr

Es war wieder Derbyzeit und so startete Samstag früh gegen 3:30 Uhr ein Bus zur Invasion in die ehemalige römische Kolonie CCAA (Colonia Claudia Ara Agrippinesium).


 

Zur Zeit Caesars lebte in diesem Gebiet der Stamm der Eburonen. Dieser wurden durch die Römer ausgerottet. Etwa zeitgleich handelte der rechtsrheinische germanische Stamm der Ubier mit den Römern, zahlte Tribute und schickte sogar seine Söhne in die römische Ausbildung. Dies gefiel den anderen rechtsrheinischen germanischen Nachbarstämmen nicht. Dieser Konflikt wurde so groß, dass der Stamm der Ubier mit Hilfe der Römer auf das linksrheinische Ufer übersiedelte. Die Ubier gründeten dort die Siedlung Oppidum Ubiorum. Agrippina die Jüngere, die spätere Gattin des römischen Kaisers Claudius und Mutter des Nero, wurde dort geboren. Nachdem Rom seine Pläne für die Eroberung der linksrheinischen Gebiete aufgab, wurde der Ort in den Status einer Kolonie gehoben und fortan Colonia Claudia Ara Agrippinesium genannt. Auf dem Weg in diese Stadt, zu dem Verein, der im Jahre 1948 aus dem Zusammenschluss der Fußballvereine Kölner BC 01 und SpVgg Sülz 07 hervorging, wurden 11 Missionare, ein Starker Sachse und 14 Borussiafans eingesammelt. Nicht nur die Musik und das Rautenbier sorgten für Unterhaltung, nein, diesmal gab der Besuch auf einer Rastplatztoilette interessanten Gesprächsstoff. Was man sich so alles beim Warten auf eine frei werdende Toilettenbox erzählt? ☺ Zur Freude aller Mitreisenden kam man schon Mittag am Ziel an. Wieder gestaltete sich der Weg zum Parkplatz als schwierig. Als die Busfahrer an einer Kreuzung die Polizei um Hilfe baten, hatten sie wahrscheinlich die Kneipe auf der Ecke nicht gesehen. Etwas später flogen von dieser Stelle aus Flaschen und Gläser auf vorbeifahrende Straßenbahnen, in denen sich Gladbacher Fans befanden. Man konnte zu diesem Zeitpunkt nur froh sein, dass sich erst wenige Heimfans dort aufhielten. Nachdem der Parkplatz erreicht war, wurde dort noch lecker Bier getrunken (im Stadion gab es nur alkoholfrei) und auf Freunde gewartet. Da der Parkplatz sowohl von Heim-, wie von Gästefans benutzt wurde, konnte man oft deutlich merken, wann welcher Fan hinterm Steuer saß, erschreckenderweise waren die aggressivsten Fahrer nicht mehr die Jüngsten.

Vielleicht durch die Nähe der Polizisten kam zum Glück niemand zu Schaden. Irgendwann machte man sich auf zum Stadion. Dies war aber nur mit den anderen Borussen, die ebenfalls dort parkten, und der Hilfe der Polizei möglich, da im Vorfeld Übergriffe angekündigt waren. Durch den sicheren Geleitschutz kam man ohne Probleme am Gästeeingang an, wo man die Freunde von Forever Young traf. Die letztjährigen Eingänge waren geschlossen und so konnte man nur durch zwei große Drehkreuze ins Stadion gelangen. Dort angestellt, erfolgte kurz darauf ein Angriff mit Flaschen, Steinen und Raketen von Idioten der Heimmannschaft. Da die Spinner die Polizisten getäuscht hatten, waren diese nicht da und so konnte man nur versuchen, sich selbst in Sicherheit zu bringen. Schnell wurden die Chaoten dann von der Polizei abgedrängt und viele Borussen drängten dann ins Stadion. Den Ordnern war die Panik noch ins Gesicht geschnitten und so riefen sie auch zur Eile auf. Die Gladbacher Ultras waren noch gar nicht da und so griffen diese Spinner die normalen Gästefans an. Als dann wenig später die Ultras in Begleitung der Polizei ankamen, war keine Spur von diesen Feiglingen zu sehen. Die Ultras steuerten wie eine große schwarze Masse aufs Stadion zu. Durch die kleine Einlassschleuse mussten sich nun alle zwängen, wobei einige Fans, mit Hilfe bereits ins Stadion gekommener Fans, versuchten den letztjährigen Eingang zu nehmen. Die Stimmung auf beiden Fanseiten war angespannt und wenig später warfen im Bereich des Verpflegungsstandes für den Oberrang randalierende Chaoten ihre Getränke über das Absperrtor in Richtung der Gäste. Zeitgleich waren andere bestrebt, das Tor aufzudrücken. Irgendwie scheinen in dieser Stadt viele nicht ausgelastet zu sein, unter Drogen zu stehen oder Gastfreundschaft falsch zu interpretieren. Im Stadion konnte man dann überall Sicherheitsscheiben sehen, die im letzten Jahr noch nicht aufgebaut waren, aber hier anscheinend ein gewohntes Bild sind. Die Plaste der Sitzplätze im Stadion ist recht weich und beim Hinsetzen darf man nicht zu viel Schwung mitnehmen, sonst knallt man mit dem Kopf an die Querstrebe, was etwas schmerzlich sein kann. Vorm Spiel wurde mit einer Schweigeminute für die Opfer des Amoklaufes von Winnenden gedacht, welche aber durch einige Chaoten aus unserem Block gestört wurde - respektlos. Die Gastgeber zeigten eine Choreo und sangen Karaoke, der Text lief extra auf den Anzeigetafeln. Fast so schön wie Karneval. Zeitgleich mit dem Spielbeginn erstrahlte dann der Gästebereich durch Pyrotechnik, Fahnen und etwas Nebel, dann galt aber die gesamte Aufmerksamkeit dem Spiel.

Zum Spiel: Unser Trainer Hans Meyer schickte die Mannschaft auf den Platz, die den 4:1 Heimsieg gegen Hamburg geschafft hatte. Es stand also Roel Brouwers von Anfang an mit auf dem Platz. Die Gastgeber begannen schwungvoll und hatten auch die erste Tormöglichkeit im Spiel. Vucicevic lief problemlos durch unsere Abwehr, aber seinen Schuss konnte unser Torwart Logan Bailly zur Ecke klären. Gefährlich waren die Ecken selten. Die erste Torchance für unsere Fohlen gelang Marko Marin durch einen Freistoß. Dieser flog nur knapp am Kasten vorbei. Es entwickelte sich ein temporeiches Spiel, wobei die meisten Zweikämpfe im Mittelfeld ausgetragen wurden. Sanous Pass fing Rob Friend ab, der dann schnell auf Marko Marin spielte. Dieser dribbelte an Brecko und Geromel vorbei bis zur Grundlinie, sah den mitgelaufenen Michael Bradley im Fünfmeterraum und spielte ihn an. Der Amerikaner hielt nur noch seinen Fuß hin und der Führungstreffer war geschafft. Im Block gab es kein Halten mehr. Ein Derbysieg lag in der Luft. Die Geißböcke drängten nun auf den Ausgleich, ohne sich eine Torchance zu erspielten. Unsere Abwehr stand sicher und klärte lieber zur Ecke, als sich auf irgendwelche Spielchen einzulassen. Die Ecken köpfte meist Rob Friend aus dem eigenen Strafraum und danach war die Pille meist irgendwo im Mittelfeld unterwegs. Unsere Konter waren da schon gefährlicher. Marco Marin wechselte im Spiel die Seite mit Karim Matmour. Der kleine Bosnier flankte auf Rob Friend, der am langen Pfosten lauerte und aufs Tor köpfte. Die Pille hatten viele schon im Tor gesehen, leider ging sie nur ans Außennetz. Kurz vor der Halbzeit schlugen unsere Fohlen dann erneut zu. Alexander Baumjohann spielte im richtigen Moment den Ball auf den Rücken des zum Tor laufenden Karim Matmour. Das Leder fiel perfekt dem Franzosen vor die Füße und so lief er allein auf Mondragon zu, machte einen Hacken um ihn und schob die Pille sicher über die Linien. Der Block tobte und die Freude war riesengroß. Mit der 2:0 Führung ging es in die Halbzeitpause.

Christoph Daum wechselte für die Offensive Radu und Ishiaku ein und nahm Sanou und Vucicevic vom Platz. Nach etwa 10 Minuten und mit Hilfe des einsetzenden Regens schien der Plan aufzugehen. Unsere Fohlen ließen sich jetzt fiel zu häufig in den eigenen Strafraum drängen. Der Domstädter Spieler Pezzoni schoss einfach mal aus etwa zwanzig Metern aufs Tor. Den Aufsetzer konnte Logan Bailly nur an den Pfosten lenken. Von da aus kam die Pille zu Novakovic und landete dann im Tor. Zum Glück hatte der Linienrichter aufgepasst und entschied zu Recht auf Abseits. Kurz darauf trauten wir unseren Ohren nicht. Ein langer Ball der Domstädter landete vor den Füßen unseres Torwarts. Dieser spielte den Ball aus dem Fünfmeterbereich und nahm ihn auf, als sich ein Domstädter näherte. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer entschied sofort auf indirekten Freistoß, etwa sechs Meter vorm Tor. Was hatte er da gesehen? Eben dieser Unparteiische hatte bereits im letzten Jahr dieses Derby gepfiffen und den Geißböcken einen Elfmeter in der Nachspielzeit geschenkt. Sollte dies heute wieder passieren? Zum Glück kam der Schuss nicht an der Mauer vorbei. Unsere Fohlen taten aber kaum etwas zur Entlastung und so fand das Spiel fast nur in unserer Hälfte statt. Unser Trainer reagierte auf die Situation und brachte Oliver Neuville für Marko Marin. Unser Olli stand kaum auf dem Platz, da gelangte irgendwie der Ball zu Brecko, der gleich aufs Tor schoss. Der Schuss wurde noch unglücklich von Michael Bradley abgelenkt und prallte danach vom Innenpfosten ins Tor. Der Anschlusstreffer gelang in der 63-sten Minute und viele Borussen dachten mit Schrecken an die noch zu spielende halbe Stunde.

Zur Freude aller Gladbachfans wurde wenig später ein lehrbuchmäßiger Konter mit dem dritten Treffer abgeschlossen. Am Anstoßkreis erkämpften sich die Fohlen die Pille. Rob Friend leitete diese dann zu Alex Baumjohann weiter. Dieser trieb den Ball in Richtung Geißbocktor, spielte ihn dann perfekt auf Paul Stalteri, der wiederum quer auf seinen mitgelaufenen Landsmann Rob Friend passte. Der Kanadier ließ sich diese Chance nicht entgehen und so war die Welt für uns wieder in Ordnung. Die Domstädter schienen sich ihrem Schicksal zu fügen und so hätten Olli Neuville und Alex Baumjohann die Führung noch ausbauen können. Leider nutzten sie ihre Chancen nicht. Etwa zehn Minuten vor Schluss kamen die Domstädter noch einmal gefährlich vor unseren Kasten und erzielten wieder durch Brecko den Anschlusstreffer. Fast im Gegenzug lief unser, für Karim Matmour eingewechselte, Israeli Gal Albermann auf das Geißbocktor zu. Kurz nach der Strafraumgrenze kam es zum Kontakt mit Pezzoni und beide fielen hin. Schiri Kinhöfer zeigte sofort auf den Punkt. Ob eingefädelt oder nicht, da half auch kein diskutieren einiger Spieler mehr, die sich dafür noch die gelbe Karte abholten. Michael Bradley schnappte sich das Leder und einige Derbyverlierer versuchten mit Tricks den Schützen zu irritieren. Es dauerte schon etwas länger als sonst, ehe der Strafstoß freigegeben wurde. Mondragon war zwar in der richtigen Ecke, konnte aber nicht verhindern, dass die Pille im Netz zappelte. Der Auswärtssieg war perfekt und die Freude im Block kannte keine Grenzen mehr. So ein Tag, so wunderschön wie heute, mit dem Derbysieg nach Hause zu gehen!!! Die Mannschaft bedankte sich mit der Humba und einem Diver oder ist es eher eine Art Rutschpartie auf dem Bauch, egal, sah gut aus.

Fazit: Was gibt es schöneres als einen Derbysieg? Ganz klar einen Derbysieg, den man auswärts erkämpft!!!

Es gibt kaum Worte um die Gefühle beschreiben zu können. Es war ein temporeiches und packendes Derby mit vielen Emotionen. Der 21-te Derbysieg bei den Domstädtern war amtlich. Der letzte Derbysieg in der Domstadt war am 18.08.2001 unter unserem heutigen Trainer Hans Meyer, was soll man dazu schreiben… Unsere Fohlen hatten mit diesem Sieg in den letzten 4 Spielen bereits 12 Toren geschossen, wofür sie in der Hinrunde die ersten 13 Spieltage brauchten. Mit diesen Leistungen in den nächsten Spielen sollte doch die Mission Klassenerhalt erfüllt werden. Unsere Spieler spielten das komplette Spiel mit sichtbarer Trauerbinde, was man von den Domstädtern leider nicht sagen kann. In der ersten Halbzeit sah man an deren Trikot eher ein Trauerbändchen, welches von jedem Spieler in der Halbzeitpause dann anscheinend in der Kabine vergessen wurde. Hier scheint man Respekt anders auszulegen. Was sollte man auch anderes von so einem Verein erwarten. Nachdem man noch im Stadion diesen tollen Sieg gefeiert hatte, ging es zum Stadionausgang. Dort wartete Missionar Timo und gemeinsam ging man noch ein Stück. Der Marsch endete aber schon zwischen den historischen Gebäuden der Sporthochschule. Vor und hinter uns Polizisten und links und rechts die historischen Gebäude. Man fühlte sich eingeengt und zum Glück warteten keine Chaoten auf den Dächern. Etwa eine halbe Stunde später mussten dann alle diagonal über den Rasen, so wie die Gasse durch die Polizisten links und rechts gebildet wurde, in Richtung der Straßenbahnhaltestelle gehen. Auf Anfrage, wie wir von dort zu unserem Bus gelangen sollten, erhielt man nur die Auskunft, dass in der Nähe unseres Busses sich gerade die Chaoten der Domstadt rumtreiben und man noch etwas warten sollte. Etwa eine halbe Stunde später war es endlich soweit und man durfte grüppchenweise zum Bus. Nachdem alle im Bus ihren Platz eingenommen hatten, ging die Heimfahrt auch gleich los. Irgendwo unterwegs gab es dann noch einen rötlichen Blitz im Baustellenbereich, wie schnell man war, weiß nur der Busfahrer. Sichtlich verärgert über dieses Foto war er dann auch nicht gewillt, eine Pause zu machen. So knurrte vielen der Magen und sehnsüchtig wurde das Restaurant zur goldenen Möwe in Sangerhausen erwartet. Bis dahin wurde aber noch mit Joe gefeiert und viel gelacht. Eine Aussage von Lars H. wird vielen in Erinnerung bleiben:“Das Bier hat ja 10 Volumen, 5 für dich und 5 für mich.“ Um Mitternacht gab es dann endlich die ersehnte Stärkung, danach waren alle Müde und am Ende dieser Fahrt, etwa gegen drei Uhr, kamen die letzten Mitfahrer glücklich und zufrieden zu Hause an.

B-M

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 22. August 2012 um 19:50 Uhr
 
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