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Invasion in Cottbus (23.09.2008) - DFB-Pokal PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: B-M   
Dienstag, den 23. September 2008 um 12:56 Uhr

Voller Vorfreude auf das Pokalspiel machten sich 14 Missionare, Borussenfreunde und Starke Sachsen an einem Diensttag in einem kleinen Bus, mit einer verhältnismäßig großen Toilette an Bord, auf in die niedersorbische Stadt Chósebuz.


Die heute knapp 100 000 Einwohner zählende Stadt an der Spree liegt südlich des Spreewaldes und wurde 1156 erstmals urkundlich erwähnt. Bis etwa 1445 regierte dort das Wettiner Fürstengeschlecht, eines der ältesten Deutschlands, dessen Ursprung die Burg Wettin bei Halle/Saale ist. Im Cottbuser Wappen ist seit dem 14.Jahrhundert ein Krebs enthalten, der für Schutz (Panzer) und Wehr (Scheren) steht. Obwohl der Tag verregnet war und die Invasion bei strömenden Regen begann, war die Stimmung prächtig. Unterwegs wurde man zwar durch unaufmerksame Autofahrer aufgehalten, die ihr Auto neben den Straßen „parkten“, aber durch gute Planung war noch ausreichend Zeit bis zum Spielbeginn.

Busfahrer Werner steuerte erstmals diesen Bus und so zeigte man ihm den CD-Wechsler. Die Bedienung des Navigationsgerätes hingegen lehnte er ab. So fuhr man dann auch fast an Cottbus vorbei, da das Stadion nicht ausgeschildert war. Also heftete man sich einfach an einzelne Autos, die mit einem Schal geschmückt waren, und gelangte so ohne Navi und Karte in die Nähe des Stadions. Dank der Aufmerksamkeit der grün-weißen Landesbediensteten bekam man einen Parkplatz direkt vor dem Gästeblock. Bevor man aber die Fanclubfahnen anbringen konnte, durften alle Gäste die Schuhe ausziehen und das Portemonnaie zeigen. Manche Fans sollten einen Nachweis (B1-Zertifikat) über ihre schwer entflammbare Zaunfahne erbringen. Konnte man dies nicht, durfte die Zaunfahne nicht mit ins Stadion. Was haben andere Fans vor uns nur gemacht?

Zum Spiel: Unser Trainer Jos Luhukay wechselte mal wieder Teile der Mannschaft. So standen für Rob Friend, Karim Matmour und Michael Bradley dieses Mal Sascha Rösler, Tobias Levels und Alexander Baumjohann auf dem Platz. Marcel Ndjeng rückte ins Mittelfeld. Die erste Chance hatte Marko Marin mit einem Schuss, leider war dies aber dann auch für lange Zeit die Einzige gute Szene. Unsere Fohlen standen weit in der eigenen Hälfte und der Gastgeber auch. Dadurch fand das Spiel nur im Mittelfeld statt, es gab auf beiden Seiten viele Abspielfehler und keine Mannschaft hatte irgendwelche Ideen, um das Spiel zu bereichern. Cottbus kam durch einen Freistoß von Skela zu einer Chance, die Christofer Heimeroth aber mühelos abwehrte. Vielleicht kann man den Distanzschuss von Iliev noch nennen, aber das war es schon. Erschreckend für jeden Borussen war die Szene, als nach tollem Anspiel Oliver Neuville die Möglichkeit hatte, sich allein auf den Kasten des Cottbuser Torhüter Tremmel zu bewegen, aber ohne Fremdeinwirkung einfach stürzte. Man traute seinen Augen nicht. Bei den Leistungen auf dem Platz rechnete jeder Zuschauer mit einer Nullnummer zur Halbzeit, aber Tobias Levels foulte den Cottbuser Iliev im Strafraum und Schiedsrichter Michael Kempter konnte nur auf den Punkt zeigen. Innerhalb von 2 Wochen der dritte Elfmeter gegen unsere Mannschaft. Rangelov ließ sich diese Chance nicht nehmen und verwandelte sicher zum Halbzeitstand.

Beide Mannschaften kamen unverändert wieder auf den Platz. Unsere Fohlen standen jetzt nicht mehr so tief in der eigenen Hälfte, jedoch lief der Ball immer durch die Mitte, dort verlor man diesen häufig und meist entwickelten sich für die Cottbuser dann Konterchancen. Jos brachte etwa in der 60 Minute Rob Friend für Marko Marin, aber auch danach waren Torchancen Mangelware. Etwa an derselben Stelle, an der Oliver Neuville vor der Halbzeit stürzte, rutschten Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Rangelov aus. Der Bulgare reagierte schneller und lief auf unseren Torwart zu. Unser Abwehrspieler rannte hinterher und machte seinen Frust mit einem Foul Luft, nur war dies wieder im Strafraum und so erschallte wieder der Pfiff. Dieses Mal nahm sich Skela den Ball und verwandelte unten links. Christofer hatte zwar die Ecke geahnt, kam aber an den platzierten Schuss nicht heran. Kurz vor Schluss wurde Soumaila Coulibaly für Tobias Levels eingewechselt. Seinen Distanzschuss parierte Tremel und dies war auch die Einzige Chance in der zweiten Halbzeit für unsere Fohlen. Kurz vor Ende des Spiels holte unser Torwart Christofer Heimeroth im Strafraum noch Rangelov von den Beinen und der dritte Elfmeterpfiff ertönte. Wieder trat diesen Skela und wieder ahnte Heimeroth die Ecke, nur verhindern konnte er den Treffer nicht. So endete ein Spiel ohne Höhepunkte und ohne Treffer aus dem Spiel heraus.

Fazit: Wieder einmal DFB-Pokalgeschichte durch drei Elfmetertreffer geschrieben, die alle in der regulären Spielzeit fielen und das Aus in der zweiten Runde bedeutete. Mit dieser Leistung ist die Hoffnung auf einen Punktgewinn für das kommende Spiel in Hamburg sehr gering, trotzdem werden aber wieder viele Borussen zur Unterstützung hinfahren. Wann wacht die Mannschaft endlich auf und besinnt sich ihrer Qualitäten? Wo sind die Leidenschaft und der Kampf der letzten Saison hin? Niedergeschlagen ging es zurück zum Bus. Die Stimmung war auf den Nullpunkt, die Diskussionen endlos und Lust zum Feiern hatte keiner mehr. Auf der Autobahn ließ sich unser Busfahrer noch ablenken, konnte aber das Gefährt dennoch wieder sicher in die Spur bringen. Irgendwann Mittwoch früh waren dann alle zu Hause oder auf Arbeit und träumten von vergangenen Zeiten.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 22. August 2012 um 19:19 Uhr
 
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