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Invasion in Bochum (17.10.2008) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: B-M   
Freitag, den 17. Oktober 2008 um 12:34 Uhr

Obwohl man die Fahrt beschlossen hatte, stand sie auf wackligen Füssen, denn erst kurz vorm Start war das Fortbewegungsmittel für die 7 Missionare und Borussen klar. So startete die Invasion mit dem VW-Kleinbus (mit abwaschbaren Sitzschonern) kurz nach dem Frühstück in die Stadt, die bereits im Jahre 1321 das Stadtrecht erhalten hatte und heute die sechsgrößte Stadt des Landes Nordrhein-Westfalens ist.

Bekannt wurde Bochum durch das gleichnamige Lied von Herbert Grönemeyer und das Musical „Starlight Express“. Bevor es aber zur „grauen Maus“ ging, wurde ein Missionar an seinem Geburtstag zu Hause mit einem Liedchen, einem Fässchen und einer Rindenschnitzerei beglückt und zur Invasion mitgenommen. Ein weiterer Missionar konnte sich bei den vielen Angeboten der Deutschen Bahn nicht entscheiden, welchen Zug er nehmen sollte und so änderten sich öfters der Ankunftsort und die Ankunftszeit. Dank der Verspätungen bei der Bahn waren letztendlich alle zeitgleich im VW-Bus und nach kurzer Fahrt fand man unterhalb des Planetariums und der Bochumer Synagoge dann auch einen Parkplatz. Alsbald machte man sich auf den Weg ins rewirpowerStadion. Es handelt sich dabei um ein reines Fußballstadion, in dem keine Stützen im Sichtfeld sind und sich kein Platz weiter als 30 Meter vom Spielfeld entfernt befindet. Weitere Besonderheiten des Stadions sind, dass mehr als die Hälfte der 31328 Zuschauerplätze Stehplätze sind, fast ein Drittel aller Plätze sich fest in Gladbacher Hand befinden und dadurch dort eine beeindruckende Atmosphäre herrscht.

Fast alle Missionare begaben sich vor der Ankunft des Bannermarsches in den Block und einige hängten unser Banner unterhalb der Dachkonstruktion auf. Der Bannermarsch glich einer Großdemonstration und nach der Ankunft bildeten sich im Nu große Schlangen an den Eingängen. Die Freunde vom BFC “Forever Young98“ waren aber noch unterwegs und so warteten die verbliebenen Borussen noch auf diese, um gemeinsam in den Block zu gehen, schließlich hatte man einen Sitz-(steh)platz und brauchte sich nicht so zu beeilen. Das Intro der Bochumer begann und das Gefühl, heute etwas Zählbares nach dem Trainerwechsel mit nach Hause zu nehmen, verstärkte sich.

Zum Spiel: Unser Interimstrainer Christian Ziege wirbelte unsere Elf mächtig durcheinander. Er stellte Uwe Gospodarek an seiner alten Wirkungsstätte ins Tor, brachte Thomas Kleine, Alex Voigt, Sebastian Svärd und Michael Bradley von Anfang an und ließ Christofer Heimeroth, Oliver Neuville, Roel Brouwers und Gal Albermann auf der Bank Platz nehmen. Jean Sebastian Jaures und Sascha Rösler fuhren gar nicht erst nach Bochum mit. Beide Mannschaften spielten sofort nach vorn und so hätte schon nach 5 Minuten ein Elfmeterpfiff von Dr. Helmut Fleischer ertönen können, als Sebastian Svärd den Bochumer Azouagh Millimeter vor der Strafraumlinie von den Beinen holte. Zu unserem Glück blieb dieser aus, was in der Vergangenheit recht selten war. Das Spiel lebte von vielen Zweikämpfen und Laufduellen, wodurch kaum Torchancen zustande kamen. Der Bochumer Sinan Kaloglu prüfte unseren Uwe mit einem Distanzschuss, den er zur Ecke klärte. Nach etwa einer halben Stunde trat Marko Marin einen Freistoß in der Nähe der Mittellinie weit in den Strafraum der Bochumer und Steve Gohouri sprang hoch und köpfte den Ball zur Führung in die Maschen. Unerwartet führte unsere Borussia und nachdem der Block den Treffer realisiert hatte, gab es kein Halten mehr. Wann hatten wir in der 1.Bundesliga auswärts zuletzt geführt? Kurz darauf scheiterte Karim Matmour an Bochums Torwart Fernandes und auf der Gegenseite war es wieder Sinan Kaloglu, der die Pille ans Außennetz beförderte. Kurz vor der Halbzeit folgte eine Standardsituation der Bochumer nach der anderen, aber es blieb bis zur Halbzeit bei der Führung unserer Fohlen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste Steve Gohouri verletzungsbedingt in der Kabine bleiben, für ihn kam Marcel Ndjeng. Kurz nach Wiederanpfiff kam es auf seiner Seite auch zu einer weiteren Chance für die Bochumer, die zum Glück wieder am Außennetz landete. Dann war es soweit, nach einem Einwurf flankte Freier in den Strafraum, Marcel Ndjeng konnte den Ball gegen Sestak nicht erobern und irgendwie gelangte er vor die Füße von Dabrowski, der zum Ausgleich einnetzte. Unser Torwart machte in dieser Situation keine gute Figur, aber bei dem Druck der Gastgeber war der Ausgleich nur eine Frage der Zeit gewesen. Unsere Fohlen standen jetzt tief in der eigenen Hälfte und versuchten über Konter zum erneuten Torerfolg zu kommen. Ein Distanzschuss von Karim Matmour ging knapp am Tor vorbei. Kurz darauf war es im Stadion ganz ruhig. Unser Torwart Uwe Gospodarek schien den auf ihn zulaufenden Bochumer Sestak im Strafraum von den Beinen geholt zu haben. Die Bochumer Anhänger dachten an Elfmeter und die Gladbacher an eine „Schwalbe“ plus die gelbe Karte für den Schwindler. Zur Verwunderung aller entschied Dr. Helmut Fleischer zwar auf „Schwalbe“, welche nach den Fernsehbildern auch eine war, aber zückte nicht den gelben Karton. Bochum war jetzt die spielbestimmende Mannschaft, aber nach einer Ecke von Marko Marin hätte Thomas Kleine zur erneuten Führung ins Tor köpfen können. Christian Ziege wechselte Roel Brouwers für Alex Voigt und stellte die Mannschaft etwas um. Diese Umstellung machten sich die Bochumer zu nutzen. So spielten Fuchs und Azaouagh zusammen und ließen Marcel Ndjeng dabei schlecht aussehen. Am Ende flankte Fuchs den Ball zu Sinan Kaloglu. Roel Brouwers stand zu weit weg von ihm und so köpfte Sinan die Bochumer zur Führung. Unsere Fohlen steckten nicht auf und so erzielten sie nach einer Ecke von Marko Marin durch Thomas Kleine kurz darauf den Ausgleich. Bochums Torwart Fernandes hielt zwar den Ball, fiel aber mit ihm über die Torlinie, da half es auch nicht, den Ball schnell zwischen die Beine zu legen. Der Ball war hinter der Linie und das Tor zählte.

Die Freude im Block war riesig, nach dem Rückstand gleich wieder ausgeglichen. Jetzt begannen spannende Schlußminuten. Beide Mannschaften wollten den Sieg und schenkten sich nichts. Zwingende Torchancen kamen aber nicht mehr zustande und mehrere Bochumer Ecken in der Nachspielzeit blieben zum Glück erfolglos.

Fazit: Mit einer solchen Moral und dem kämpferischen Einsatz der Mannschaft erscheint wieder ein Lichtblick am Horizont. Auch wenn es nicht zum Auswärtssieg gereicht hatte, waren sich alle einig, seit langen mal wieder ein tolles Spiel unserer Borussia gesehen zu haben.

Man bedankte sich noch bei der Mannschaft und machte sich dann zum VW-Bus. Da man auf dem Weg dorthin wieder an den Kneipen der Bochumer vorbei musste, in denen vor dem Spiel beide Lager friedlich feierten, bekam man die Absicherung dieser Lokale durch die Männer und Frauen in Grün mit. So wurden extra die Fahrzeuge so gestellt, dass man ausweichen musste und die, die in die Kneipen wollten nur einzeln an bestimmten Stellen durchgelassen wurden. Tja, ohne blauweiße Sachen hatte man keine Chance auf ein erfrischendes Kaltgetränk. Davon war im Bus noch ausreichend vorhanden und dank der Temperaturen war es sogar kühl gestellt. Die Borussen in der ersten Reihe des VW-Busses fanden den Weg aus dem Pott und brauchten nach Mitternacht immer mal ein schwarzes Heißgetränk, was die Schlafpausen der anderen immer wieder unterbrach. Irgendwann kurz vorm Sonnenaufgang begegneten die letzten Fahrtteilnehmer einige Frühaufsteher, um dann Müde ins eigene Bett zu fallen. Eine schöne Fahrt in kleinem Rahmen war beendet.

BILDER

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 22. August 2012 um 19:21 Uhr
 
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